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asbesthaltige Baustoffe (ACM)
künstliche Mineralfasern (KMF)
PAK-haltige Baustoffe
Holzschutzmittel
Taubenkot
Schimmel
PCB-haltige Baustoffe / Transformatoren u. Kondensatoren

 

 




















 

 






















 

 

 
















 










       
     
       
 
     
       
   
Faserzementplatten in welliger und flacher Form. Die Platten, die früher Asbestmineralfasern enthielten, wurden zum Beispiel zur Dachdeckung und zur Verkleidung von Fassaden eingesetzt. Die Asbestfasern liegen in gebundenem Zustand vor und werden daher, guter Zustand des Baumaterials vorausgesetzt, nur schwer an der Umwelt abgegeben. Der Gesamtanteil an Asbest in den Asbestzementplatten beträgt ca. 15%.
Fassade vermutlich mit Asbestzementplatten verkleidet. Rechts im Bild sieht man, dass die Platten beschädigt sind. Bei Beschädigung ist eine erhöhte Emission von Asbestfaserpartikeln zu erwarten. In diesem Beispiel wurden die Platten, die aus den späten 50'er Jahren stammen, mit Farbe gestrichen.

Verkleidung von Leitungen unterhalb einer Fußgängerbrücke mit Faserzementplatten. In diesem Beispiel sind die Platten nicht gestrichen.

Schwarze Fensterbank aus dem 1960'er oder 1970'er Jahren. Dieses Material enthält bekanntlich Asbestfasern. Die Fasern sind in dem Material gebunden, so dass bedeutende Emissionen bei geringer mechanischer Beanspruchung (Abrieb) nicht zu erwarten sind.

 

Floor-Flex Bodenbelag hergestellt aus Hart-PVC und Weißasbest (Chrysotil, ca. 5-20 %). Die Fasern in dem asbesthaltigen Material (ACM) liegen in gebundener Form vor. Merkmale der Floor-Flexplatten sind ihr kleinen Format (25 cm x 25 cm, bzw. 30cm x 30 cm) und hohe Sprödigkeit. Der schwarze Fliesenkleber enthält oft ebenfalls Asbest und kann auch PAK aufweisen.
Lüftungsschacht aus Faserzementplatten - aus heutiger Sicht eine denkbar schlechte Anwendung für potenzielle ACM, denn freigegebene Fasern werden leicht durchs Gebäude transportiert.
Brandabschottung von Kabeltrassen. Früher war der Brandschutz ein häufiges Einsatzgebiet von ACM. In diesem Beispiel sind die Platten asbestfrei (siehe unten).
Das Schild zeigt, dass die obige Abschottung 1998 eingebaut wurde. Zur Beurteilung von ACM ist das Baujahr ein wichtiges Kriterium. Asbest in Baumaterialien wurde ab Ende der 50'er Jahre bis Anfang 90'er Jahre eingesetzt.
Asbestschur (mit einen Asbestanteil von bis zu 100%) wurde als hitzebeständige Dichtung oft im Inneren und auch auf der Außenseite von Gebäuden an den Türen zu Schornsteinen eingesetzt.
Asbestschnurr
Schwachgebundene ACM wurde früher bei der Konstruktion von Brandschutztüren eingesetzt. Laut Literatur war der Einsatz von ACM in Türen bis 1981 zulässig. Trotzdem wurden asbesthaltige, feuerbeständige und -hemmende Stahltüren noch bis 1991 eingebaut. Asbestpappen befinden sich manchmal im Bereich des Schlüssellochs und sind nach Entfernung des Schlosses bzw. Beschlags bedingt für eine Beprobung zugänglich. Im Allgemeinen gelten Brandschutztüren als dicht, so dass beim Gebrauch keine Asbestemissionen auftreten (Dringlichkeitsstufe III). Brandschutztüren findet man an den Übergang von Fluren zum Treppenhaus, in Brandwänden und an den Eingängen zu Heizungsräumen. Im Gegensatz zu Brandschutztüren werden Rauchschutztüren vorwiegend zur Unterteilung von langen Fluren verwendet.
Potenzielle asbesthaltige Pappe in einer Doppleflügelbrandschutztür
Plakette einer feuerhemmenden Stahltür (T-30). An dieser Türplakette kann man das Baujahr, Typenbezeichnung, und Bauartzulassungsnummer ablesen. Da sie in den 90'er Jahren gebaut wurde, kann man davon ausgehen, dass sie kein ACM enthält.
Aufzugsanlagen mit Kabelantrieb wurden früher mit asbesthaltigen Bremsblöcken betrieben. Auf diesem Foto handelt es sich um eine stillgelegte Anlage. Da Menschen selten den Maschinenraum betreten, und da es sich um potenziell gebundene Asbest handelt, ist nur ein geringes Gefährdungspotenzial vorhanden. Die Bremsblöcke müssten bei der Demontage (falls sich der Verdacht bestätigt), gesondert entsorgt werden.

Alte elektrische Leitungen vermutlich aus den 1960'er Jahren oder 1970'er Jahren. Die Kabel führen von Außen zum Inneren des Gebäudes. Es besteht Verdacht auf eine asbesthaltige Ummantelung der Kabel. Die Oberflächenstruktur deutet auf einem schnurartigen Aufbau hin.

Asbestschnur als Lagerdichtung zwischen Betonträger und Pfeile.

Asbestschnur, Asbestpappen und Asbestleichtbauplatten sind schwachgebundene Asbestprodukte und werden mit Hilfe der Asbest-Richtlinie geregelt. Die Sanierungsdringlichkeit kann anhand eines Formblattes (Anhang 1 der Richtlinie) bestimmt werden. Je nach Nutzung des Raumes in Abhängigkeit vom Grad der Beschädigung des asbesthaltigen Materials kann eine Dringlichkeitsstufe zugeordnet werden.

 

In diesem Beispiel wurde vermutlich eine Asbestmatte als Verbindungsglied zwischen zwei Lüftungsrohren verwendet.
Asbestwarnzeichen. Laut Asbestrichtlinie gibt es 3 verschiedene Sanierungsmethoden für schwachgebundene asbesthaltige Materialien (ACM) in Innenräumen: Das Entfernen, das Beschichten und das Abkapseln. Beschichte und abgekapselte ACM müssen nach der Sanierung mit nebenstehendem Zeichen gekennzeichnet werden.
Asbestplatten als Lagerdichtung zwischen Betonträger und Pfeile. Bei diesem Beispiel wurden die PLatten in einem Parkhaus vorgefunden. Mit zunehmendem Alter und Verwitterung losen sich die platten an den Rändern auf, so dass die Faserstrucktur gut zu erkennen ist.
ACM_Lagerplatten
Asbstpappe unterhalb eines Fensterbretts.
Asbestpappe
Künstliche Mineralfaser (KMF) der älteren Generation. Bis 2000 wurde zum Teil krebserzeugende KMF (Fasern mit einer Länge > 5 µm, einem Durchmesser < 3 µm) eingesetzt. In diesem Beispiel wurde das KMF zur Isolation eines Rohrs verwendet. Durch die Beschädigung der Kunststoffummantelung kann das darunter liegende KMF freigesetzt werden. Beim näheren Betrachten sieht man, dass die Rohrdämmung aus einer Kunststoffummantelung, eine Schicht Pappe und schließlich dem KMF besteht. Das TRGS 521 regelt das Bearbeiten bzw. den Rückbau von älterem KMF. Im bedeckten Zustand ist die Konzentration von KMF-Fasern in der Luft so gering (< 1000 Fasern je 1m³ Luft), dass es seitens des Gesetzgebers für bereits eingebautem älterem KMF keine Regelungen gibt. Für die unbedenklichen KMF-Produkte der neuen Generation (also nach 2000) gibt es das RAL-Zeichen.
Alte KMF-Rohrisolierung ohne Kunststoffschale mit Pappeummantelung. Erfahrungsgemäß ist ältere in der Baubranche eingesetzte KMF weiß.
Heizungsrohr mit KMF-Dämmung schätzungsweise, aus den 1960'er oder 1970'er Jahren. Die äußere Schicht besteht aus Jutegewebe und Mörtel auf Pappe. Darunter liegt die KMF-Isolierung. Schweizer Literatur zufolge kann das Jutegewebe bzw. der Mörtel Asbestfasern enthalten.
Ungeschützte KMF-Matten als Wärmedämmung um einen Lüftungskanal. Da es sich um einen häufig betretenen Lagerraum handelt, ist möglicherweise ein erhöhtes Risiko für den Beschäftigten vorhanden. Es konnte bei dem Standortbesuch nicht geklärt werden, ob es sich hierbei um KMF der alten oder neuen Generation handelt. Erfahrungsgemäß ist moderne KMF im Baubereich gelb und oft auf einer Seite mit Alufolie kaschiert.
Qualitäts- und sicherheitsgeprüfte KMF-Dämmstoffe tragen das RAL-Gütezeichen. Das Gütezeichen wird von der Gütegemeinschaft Mineralwolle e.V. vergeben.


Bitumenprodukte gelten heute als umweltverträglich und sind nur als schädlich anzusehen wenn Teerprodukte beigemischt sind. Seit den 1970'er Jahren ist der Einsatz von Teer in den alten Bundesländern im öffentlichen Straßenbau nicht mehr zugelassen. Dies trifft für die neuen Bundesländer erst ab 1990 zu. Ältere Dachbeläge können PAK enthalten, wenn sie aus Teer bzw. teilweise aus Teer hergestellt sind. Bei diesem Beispiel im Osten von Berlin wurde berichtet, dass der Dachbelag aus Osteuropa importiert wurde. Der Dachbelag besteht aus beschichtetem Aluminium (siehe nächstes Bild). Aufgrund der Herkunft und des Alters wird eine PAK-Belastung vermutet. Vor Umbaumaßnahmen sollte eine Beprobung stattfinden.
Dachbelag aus schwarz beschichtetem Aluminiumblech. Alter und Herkunft deuten auf einen möglichen PAK-Gehalt hin.
Moderne auf Bitumenbasis hergestellte Dachrollbahnen. Durch Erhitzen des Bitumens werden die Kanten abgedichtet. Dachpappen liegen manchmal mehrlagig übereinander. Insbesondere die ältesten (untersten) Schichten können teerhaltig sein.
Teerklebstoffe für Parkettböden wurden üblicher weise bis in den frühen 1950'ern verwendet. Wie andere Teerprodukte auch, sind hohe PAK-Konzentrationen mit Benzo[a]pyren-Gehalten bis zu mehreren tausend mg/kg zu erwarten. Ab den 1950er Jahren wurden die Klebstoffe auf Teerbasis insbesondere bei dem zu dieser Zeit aufkommenden Mosaikparkett nach und nach durch die noch heute üblichen Klebstoffe auf Polymerbasis ersetzt. Für Stabparkett wurden Klebstoffe auf Teerbasis vereinzelt noch bis spät in die 1970er Jahre eingesetzt. Darüber hinaus bis etwa 1980 konnten auch in Bitumenklebern noch bedeutsame Teerbestandteile enthalten sein.
Dachboden eines Mehrfamilienhauses aus den Gründerjahren. Die weiße kristalline Farbe ist angeblich durch die frühere Behandlung des Holzes mit Brandschutzmitteln entstanden.
Dachbodenschild über die Behandlung mit Holzschutzmittel. Es gibt an, wo und wieviel Holzschutzmittel eines bestimmten Typs angewandt wurde. In diesem Fall wurde Hylotox und Dohnalit verwendet. In den alten Bundesländern wurden früher PCP und Lindan als Wirkstoffe eingesetzt. In den neuen Bundesländern und im Osten von Berlin verwendete man als Insektizidbestandteil DDT. In der ehemaligen DDR war der Einsatz von DDT in Holzschutzmitteln bis zur Wende erlaubt. In den alten Bundesländern gilt das Verbot von DDT seit 1972. Aufgrund der hohen Halbwertszeit von DDT kann es Jahrzehnte lang aus dem behandelten Holz ausgasen. Vor allen beim Dachausbau zu Wohnzwecken ist auf die ehemalige Behandlung des Holzes mit Holzschutzmittel zu achten. Beim Abriss des Gebäudes ist das behandelte Holz gesondert zu entsorgen.
Anhäufungen von Taubenkot können Krankheitserreger enthalten und sollte von einer Fachfirma entfernt werden. In der Literatur werden Salmonellen, Campylobacter-Bakterien, Chlamydien-Stämme, Kryptokokken und Taubenzecken als mögliche Erreger aufgelistet. In diesem Beispiel ist die Ansammlung von Kot noch in einem frühen Stadium.
Schwarzer Schimmel im Bereich eines Wasserboilers. Schimmelbildung entsteht in Wohngebäuden meistens im Zusammenhang mit Wasserschäden. Die Sporen können Allergien und Lungenbeschwerden hervorrufen.
Weißer Schimmel auf einen alten Kleiderschrank im Keller. Der Kellerboden stand öfter durch eine mangelhafte Regenwasserkanalisation unter Wasser. Starke Schimmelbildung erkennt man im Keller meistens schon am Geruch.
PCB-haltige Fugenmasse zwischen zwei Waschbetonfertigteilen. PCB wurde seit den 1950er Jahren in großem Umfang als Weichmacher für spezielle dauerelastische Fugenmassen eingesetzt. Trotz eines Verbots der Anwendung von PCB in Fugenmassen in den alten Bundesländern in 1978 fand aufgrund von ausländischen Produkten vereinzelt der Einsatz bis in den 1980'er Jahren statt. In Einzelfällen kann die Anwendung von solchen Fugenmassen bei Plattenbauten zu erhöhter PCB-Luftkonzentration (oberhalb des Vorsorgewertes von 300 ng/m³ Raumluft) in Innenräumen führen. Der Grenzwert für PCB in Innenräumen beträgt 3000 ng/m³ Raumluft.
Fugenmassen auch unter den Namen Thiokol bekannt wurden zur Abdichtung von Fenstern und Balkontüren verwendet. Die Dichtmassen, die zum Teil PCB enthielten, wiesen eine graue, manchmal braune oder weiße Farbe auf, hatten eine stumpfe Oberfläche und waren sehr zäh. Dagegen zeigen die elastischen Silikon- und Acryl-Dichtmassen eine glatte Oberfläche. Leinöl-Kitte, die eine ähnliche Farbe und Konsistenz wie PCB-haltige Fugenmassen aufweisen können, sind an ihrem Leinöl-Geruch zu erkennen. Laut Literaturangaben ist die Gefährdung der Innenraumluft durch außen angebrachte PCB-haltige Dichtmassen an Fenster und Türen als minimal einzuschätzen. Beim Abriss müssen PCB-haltige Dichtmassen als gefährlicher Abfall deklariert werden.
In Deutschland wurde die Anwendung von PCB in Baustoffen 1978 verboten. Trotzdem war die Anwendung in geschlossenen Systemen wie z.B. Transformatoren und Kondensatoren, noch zulässig. Ab 1983 wurde PCB nicht mehr in den alten Bundesländern produziert. Der Einsatz von PCB wurde dann 1989 generell in Deutschland untersagt. In diesem Beispiel wurde der Transformator 1993 gebaut (siehe nächstes Bild); es besteht daher kein Verdacht auf PCB-haltige Kühlmittel.
Dieses Schild des obigen Transformators zeigt u. a. das Baujahr an. Das Baujahr ist ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung, ob das Kühlmittel eines Trafos eventuell PCB enthält. Eine weitere wichtige Angabe ist die Kühlart, woran man ablesen kann, ob es sich um einen trockenen oder ölhaltigen Transformator handelt. "ONAN" z.B. bedeutet folgendes: ON = inneres Kühlkreislaufmedium ist Öl (O) mit natürlicher (N) Konvektion; AN = äußeres Kühlkreiskaufmedium ist Luft (A) mit natürlicher (N) Konvektion. Es handelt sich also in diesem Beispiel um ein ölhaltiges Trafo, der keine zusätzliche Kühlung durch eine Ölpumpe oder Lüfter erhält. Häufig trifft man auf trockene Trafos, die die Bezeichnung "AN" haben. Achtung, bei der Besichtigung von Trafos sollte immer der Sicherheitsabstand eingehalten werden. Die Details auf dem Schild lassen sich mit der Zoomfunktion einer digitalen Kamera lesen bzw. fotografieren.
Kondensatoren, wie sie in elektrischen Anlagen größerer Betrieben eingesetzt werden, enthielten früher PCB-haltiges Öl. In diesem Beispiel handelt es sich um moderne elektronische Komponenten, so dass kein Verdacht auf PCB besteht. Die Verwendung von PCB ist generell in Deutschland seit 1989 verboten.